Ray Dalio (geb. 1949) gründete 1975 den weltgrößten Hedgefonds Bridgewater und ist für zwei Beiträge bekannt: das All-Weather-Portfolio und seine „Principles“. Die Grundidee des All-Weather-Portfolios ist Risk-Parity: Statt das Geld gleich zu verteilen, wird das Risiko gleichmäßig über Anlageklassen gestreut, die in verschiedenen Wirtschaftslagen — Wachstum, Rückgang, Inflation, Deflation — unterschiedlich reagieren. Die bekannte Privatanleger-Variante besteht aus rund 30 % Aktien, 40 % langlaufenden und 15 % mittleren Anleihen sowie je 7,5 % Gold und Rohstoffen. Das Portfolio ist bewusst schwankungsarm und soll in jeder Umgebung stabil bleiben, erzielt dafür langfristig weniger Rendite als ein reines Aktiendepot. In seinen „Principles“ beschreibt Dalio zudem, wie radikale Transparenz und systematische Entscheidungsregeln zu besseren Ergebnissen führen.
Die meisten Anleger fragen: „Was bringt die höchste Rendite?” Ray Dalio stellt eine bessere Frage: „Welches Portfolio übersteht jede Zukunft?”
Das Problem mit Prognosen
Dalios Ausgangspunkt: Niemand kennt die Zukunft — ob Wachstum oder Rezession, Inflation oder Deflation kommt. Also baut man ein Portfolio, das in allen vier Lagen funktioniert, statt auf eine zu wetten. Das ist die Idee des All-Weather-Portfolios.
Risk-Parity: Risiko statt Geld verteilen
Der Kniff heißt Risk-Parity: Nicht das Geld wird gleich verteilt, sondern das Risiko. Weil Aktien viel stärker schwanken als Anleihen, dominieren sie in einem 50/50-Depot das Gesamtrisiko. Dalio gewichtet daher Anleihen höher, damit jede Klasse einen ähnlichen Risikobeitrag leistet.
Die Aufteilung
Die bekannte Privatanleger-Variante:
- 30 % Aktien
- 40 % langlaufende + 15 % mittlere Anleihen
- 7,5 % Gold + 7,5 % Rohstoffe
Das Ergebnis ist bewusst schwankungsarm — dafür renditeärmer als ein reines Aktiendepot. Probier es im Strategie-Simulator und halte es mit Rebalancing im Gleichgewicht.
Mehr als ein Portfolio: Principles
Dalio ist auch für seine „Principles” bekannt — Regeln für Entscheidungen durch radikale Transparenz und systematisches Abwägen. Die Kernbotschaft: Nicht das Bauchgefühl, sondern durchdachte, wiederholbare Prinzipien führen zu besseren Ergebnissen — beim Geld wie im Leben.
In Kürze
- All-Weather: stabil in allen vier Wirtschaftslagen.
- Risk-Parity: Risiko statt Geld gleich verteilen (viel Anleihen).
- Bewusst schwankungsarm, dafür renditeärmer als reine Aktien.
- Selbst umsetzbar mit ETFs — Rebalancing nicht vergessen.
Ray Dalio hat das Investieren um eine wichtige Frage bereichert: Nicht „welche Anlage steigt am meisten?“, sondern „welches Portfolio übersteht jede Wirtschaftslage?“. Sein All-Weather-Ansatz verteilt das Risiko — nicht das Geld — gleichmäßig über Anlageklassen, die in unterschiedlichen Umgebungen gut laufen: Aktien, Anleihen, Gold, Rohstoffe. Das Ergebnis ist bewusst schwankungsarm und krisenresistent, dafür renditeärmer als ein reines Aktienportfolio. Für Anleger, die Ruhe über Maximalrendite stellen, ist es eine durchdachte Blaupause.
Häufige Fragen
Was ist das All-Weather-Portfolio?+
Ein Portfolio, das in jeder Wirtschaftslage stabil bleiben soll. Die Privatanleger-Variante besteht aus rund 30 % Aktien, 40 % langlaufenden und 15 % mittleren Anleihen sowie je 7,5 % Gold und Rohstoffen. Die Anlageklassen reagieren unterschiedlich auf Wachstum, Rückgang, Inflation und Deflation — zusammen ergibt das ein ruhiges Gesamtbild.
Was bedeutet Risk-Parity?+
Nicht das Geld, sondern das Risiko wird gleichmäßig verteilt. Weil Aktien viel stärker schwanken als Anleihen, würde ein 50/50-Depot nach Euro fast das gesamte Risiko aus den Aktien beziehen. Risk-Parity gewichtet so, dass jede Anlageklasse einen ähnlichen Risikobeitrag leistet — daher der hohe Anleiheanteil.
Bringt All-Weather weniger Rendite?+
In der Regel ja, im Vergleich zu einem reinen Aktienportfolio — dafür sind die Schwankungen und Rückschläge deutlich geringer. Es ist ein Ansatz für Anleger, die Stabilität und ruhigen Schlaf höher gewichten als die maximale Rendite. In langen Aktien-Boomphasen hinkt es hinterher.
Kann ich All-Weather selbst umsetzen?+
Ja, mit wenigen ETFs auf die genannten Anlageklassen. Wichtig ist regelmäßiges Rebalancing, um die Zielgewichte zu halten. Beachte, dass langlaufende Anleihen selbst schwanken und in Zinssteigerungsphasen verlieren können — das All-Weather-Prinzip ist kein Selbstläufer.
Unabhängig recherchiert. Manche Empfehlungen sind Partnerangebote (auch aus der MyWage-Gruppe) und werden gekennzeichnet. Inhalte dienen der Information und sind keine Anlage- oder Steuerberatung. Stand 11. Juli 2026.