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Geldanlage

Entnahmeplan im Ruhestand 2026: So lebst du von deinem Depot

uumsgeld Redaktion Aktualisiert am 20. Juni 2026 ca. 3 Min.
Das Wichtigste in Kürze

Beim Entnahmeplan entnimmst du regelmäßig Geld aus deinem Depot, während der Rest weiter investiert bleibt und Rendite erwirtschaftet. Als Faustregel gilt die 4-%-Regel: Entnimmst du jährlich rund 4 % deines Startkapitals (anfänglich), reicht das Vermögen historisch über etwa 30 Jahre. Entscheidend ist das Reihenfolge-Risiko — schwache Börsenjahre direkt zu Beginn der Entnahme sind besonders gefährlich. Ein Puffer aus Tagesgeld und eine flexible Entnahme in Krisen erhöhen die Sicherheit deutlich.

Entnahmeplan im Ruhestand 2026: So lebst du von deinem Depot

Jahrzehntelang hast du gespart und investiert — und irgendwann soll das Depot dich tragen. Die Entnahmephase ist anspruchsvoller als der Aufbau, weil jetzt Reihenfolge und Timing der Renditen plötzlich eine große Rolle spielen.

Die 4-%-Regel als Ausgangspunkt

Die bekannteste Faustregel der Ruhestandsplanung: Entnimm im ersten Jahr 4 % deines Startkapitals und passe den Betrag danach an die Inflation an. Historisch reichte das Vermögen damit über einen Ruhestand von rund 30 Jahren — bei einem gemischten Aktien-Portfolio.

Konkret: Aus 500.000 € entnimmst du anfänglich 20.000 € im Jahr, also rund 1.667 € im Monat. Wie lange dein Kapital bei deiner Wunsch-Entnahme und Rendite reicht, zeigt der Entnahmeplan-Rechner.

Das Reihenfolge-Risiko

Der gefährlichste Gegner ist nicht die durchschnittliche Rendite, sondern ihre Reihenfolge. Treffen schwache Börsenjahre genau den Beginn deiner Entnahme, verkaufst du Anteile zu niedrigen Kursen — und dem Depot fehlt anschließend die Substanz, um sich zu erholen. Zwei identische Durchschnittsrenditen können so zu völlig unterschiedlichen Ergebnissen führen.

Die Bucket-Strategie

Der wirksamste Schutz ist ein Bargeldpuffer. Halte zwei bis drei Jahresentnahmen auf dem Tagesgeldkonto. In Crash-Phasen entnimmst du aus diesem Puffer, statt Anteile zu Tiefstkursen zu verkaufen — und gibst dem Markt Zeit, sich zu erholen. In guten Jahren füllst du den Puffer wieder auf.

Dynamisch statt starr

Wer bereit ist, die Entnahme in schwachen Jahren vorübergehend zu senken, erhöht die Sicherheit enorm. Schon eine moderate Kürzung in Krisenjahren verlängert die Reichweite des Kapitals deutlich. Starre Entnahmen unabhängig von der Marktlage sind riskanter.

Steuern nicht vergessen

Auf die Gewinne in deinen Entnahmen fällt Abgeltungssteuer an — nach dem Sparerpauschbetrag von 1.000 € pro Person und Jahr und der Teilfreistellung bei Aktien-ETFs. Ein ausschüttender ETF kann helfen, den Pauschbetrag laufend auszunutzen.

In Kürze

  • ~4 % Entnahme pro Jahr als Orientierung.
  • Bargeldpuffer gegen das Reihenfolge-Risiko.
  • Flexibel bleiben und in Krisen die Entnahme senken.
  • Reichweite vorab im Rechner durchspielen.
Unsere Einschätzung

Der Vermögensaufbau ist die halbe Miete — die Entnahme die andere. Eine Entnahme von rund 4 % des Startkapitals pro Jahr gilt historisch als tragfähig über einen typischen Ruhestand. Wichtiger als die exakte Prozentzahl sind zwei Dinge: ein Bargeldpuffer für schlechte Börsenjahre (gegen das Reihenfolge-Risiko) und die Bereitschaft, die Entnahme in Krisen vorübergehend zu senken.

Häufige Fragen

Was ist die 4-%-Regel?+

Eine Faustregel aus der Ruhestandsforschung: Entnimmst du im ersten Jahr 4 % deines Startkapitals und passt den Betrag danach an die Inflation an, reichte das Vermögen historisch über rund 30 Jahre. Sie ist eine Orientierung, keine Garantie.

Was ist das Reihenfolge-Risiko?+

Das Risiko, dass schwache Börsenjahre ausgerechnet zu Beginn der Entnahmephase auftreten. Dann verkaufst du Anteile zu niedrigen Kursen, und dem Depot fehlt die Substanz für die spätere Erholung. Ein Bargeldpuffer entschärft dieses Risiko.

Wie schütze ich mich vor schlechten Börsenjahren?+

Mit der Bucket-Strategie: Halte zwei bis drei Jahresentnahmen als Tagesgeld-Puffer. In Crash-Phasen entnimmst du aus dem Puffer statt aus dem Depot und gibst den Kursen Zeit, sich zu erholen. In guten Jahren füllst du den Puffer wieder auf.

Sollte die Entnahme fix oder flexibel sein?+

Flexibel ist sicherer. Wer die Entnahme in schwachen Jahren vorübergehend senkt (dynamische Entnahme), verlängert die Reichweite des Kapitals erheblich. Eine starre Entnahme unabhängig von der Marktlage ist riskanter.

Unabhängig recherchiert. Manche Empfehlungen sind Partnerangebote (auch aus der MyWage-Gruppe) und werden gekennzeichnet. Inhalte dienen der Information und sind keine Anlage- oder Steuerberatung. Stand 20. Juni 2026.