MSCI World und FTSE All-World sind die beiden beliebtesten Welt-Indizes für ETF-Sparpläne. Der MSCI World enthält rund 1.300 Unternehmen aus 23 Industrieländern — ohne Schwellenländer. Der FTSE All-World ist breiter: über 4.200 Unternehmen aus rund 50 Ländern, inklusive Schwellenländern wie China oder Indien. Beide sind extrem breit gestreut und günstig (TER 0,10–0,22 %). Für maximale Streuung mit einem ETF passt der FTSE All-World; für den klassischen Einstieg der MSCI World. Beide eignen sich für den langfristigen Vermögensaufbau.
Wer einen ETF-Sparplan startet, steht schnell vor der Frage: MSCI World oder FTSE All-World? Beide sind hervorragende Welt-Indizes — und die Wahl ist weniger dramatisch, als manche Diskussion vermuten lässt. Hier ist der nüchterne Vergleich.
Die beiden Welt-Indizes
Ein Welt-ETF bildet einen globalen Aktienindex nach und macht dich so mit einem einzigen Produkt zum Miteigentümer tausender Unternehmen. Die zwei Platzhirsche unterscheiden sich vor allem darin, ob Schwellenländer enthalten sind:
| Index | Unternehmen | Länder | Schwellenländer |
|---|---|---|---|
| MSCI World | rund 1.300 | 23 Industrieländer | nein |
| FTSE All-World | über 4.200 | rund 50 | ja |
Was das praktisch bedeutet
Der MSCI World deckt die entwickelten Märkte ab — USA, Europa, Japan und Co. Schwellenländer wie China, Indien oder Brasilien fehlen. Der FTSE All-World nimmt diese mit rund 10 % Gewicht dazu und enthält insgesamt mehr als dreimal so viele Einzelunternehmen.
In der Praxis laufen beide Indizes überraschend ähnlich, weil große US-Technologiekonzerne in beiden das größte Gewicht haben. Über lange Zeiträume liegen ihre Renditen nah beieinander.
Kosten
Bei den Kosten nehmen sich beide nichts: Gute ETFs auf beide Indizes liegen bei einer TER von 0,1 % bis 0,22 % pro Jahr. Entscheidender als der Index ist hier die Wahl eines ETFs mit ausreichendem Fondsvolumen und kostenloser Sparplan-Ausführung bei deinem Broker.
Für wen welcher Index?
- FTSE All-World: Du willst mit einem ETF maximal breit streuen — Industrie- und Schwellenländer zusammen, ohne dich um eine zweite Position zu kümmern.
- MSCI World: Du bevorzugst den klassischen Industrieländer-Fokus, schätzt die etwas größere ETF-Auswahl und ergänzt Schwellenländer bei Bedarf separat.
So rechnest du dein Szenario
Egal welchen Index du wählst — entscheidend ist, was über die Jahre daraus wird. Im ETF-Sparplan-Rechner siehst du, wie aus deiner Sparrate dank Zinseszins ein Vermögen wird. Mehr Grundlagen findest du im ETF-Sparplan-Leitfaden.
Beide Indizes sind eine solide Basis fürs Weltportfolio — die Entscheidung ist keine Glaubensfrage. Willst du mit einem einzigen ETF maximal breit streuen, inklusive Schwellenländer, nimm den FTSE All-World. Reicht dir der klassische Industrieländer-Fokus und eine etwas größere ETF-Auswahl, ist der MSCI World gut. Wichtiger als die Wahl zwischen beiden ist, überhaupt früh und regelmäßig anzufangen.
Häufige Fragen
Was ist der Hauptunterschied zwischen MSCI World und FTSE All-World?+
Der FTSE All-World enthält zusätzlich Schwellenländer (rund 10 % Gewicht) und deutlich mehr Einzelunternehmen. Der MSCI World beschränkt sich auf Industrieländer. In der Wertentwicklung liegen beide langfristig nah beieinander, weil große US-Konzerne in beiden dominieren.
Brauche ich zusätzlich einen Schwellenländer-ETF?+
Wenn du den FTSE All-World wählst, nein — Schwellenländer sind bereits enthalten. Beim MSCI World kannst du optional einen Emerging-Markets-ETF (z. B. 70/30) ergänzen, musst es aber nicht. Für die meisten reicht ein einziger breiter Welt-ETF.
Welcher ist günstiger?+
Beide liegen im selben niedrigen Bereich von rund 0,12 bis 0,22 % TER pro Jahr. Die Kostenunterschiede zwischen konkreten ETFs sind kleiner als die Gemeinsamkeiten — achte eher auf Fondsvolumen, Sparplan-Konditionen deines Brokers und die thesaurierende Variante.
Kann ich später wechseln?+
Ein Wechsel bedeutet Verkauf und Neukauf und kann Steuern auf Gewinne auslösen. Besser ist, dich einmal zu entscheiden und dabei zu bleiben. Beide Indizes sind langfristig tragfähig — ein Wechsel lohnt sich selten.
Unabhängig recherchiert. Manche Empfehlungen sind Partnerangebote (auch aus der MyWage-Gruppe) und werden gekennzeichnet. Inhalte dienen der Information und sind keine Anlage- oder Steuerberatung. Stand 20. Juni 2026.