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Banking

Kontogebühren zurückfordern 2026: Wenn die Bank stillschweigend erhöht hat

Monika BauerMonika BauerVerbraucherschutz-Redaktion 31. Juli 2026 ca. 3 Min.
Redaktionell geprüft Verantwortlich: Dr. Gamal Moukabary Quellen & Methodik
Das Wichtigste in Kürze

Wenn deine Bank die Kontoführungsgebühren erhöht hat, ohne dass du dieser Erhöhung aktiv zugestimmt hast, kannst du die zu viel gezahlten Beträge zurückfordern. Der Bundesgerichtshof hat 2021 (XI ZR 26/20) entschieden, dass die sogenannte Zustimmungsfiktion — Schweigen gilt als Zustimmung — für Gebührenerhöhungen unwirksam ist; mit Urteil vom 3. Juni 2025 (XI ZR 45/24) hat er dies zu Höhe und Verjährung bestätigt. Praktisch heißt das: Prüfe deine Kontoauszüge, ob und wann die Gebühr ohne deine ausdrückliche Zustimmung angehoben wurde, rechne die Differenz zur ursprünglich vereinbarten Gebühr für die betroffenen Jahre zusammen und fordere die Bank schriftlich zur Erstattung auf. Die Verjährung beginnt erst mit dem jeweiligen Rechnungsabschluss, weshalb du zügig prüfen solltest. Reagiert die Bank nicht oder lehnt sie ab, wende dich an die Verbraucherzentrale — das ist kostenlos und stoppt die Verjährung.

Es ist ein stiller Griff ins Portemonnaie: Über Jahre hinweg wurden bei vielen Banken und Sparkassen die Kontoführungsgebühren angehoben — oft ohne dass die Kundinnen und Kunden aktiv zugestimmt haben. Der Bundesgerichtshof hat dieser Praxis einen Riegel vorgeschoben. Wer betroffen ist, kann Geld zurückholen.

Worum es geht

Viele Banken haben ihre Preise per Zustimmungsfiktion erhöht: Eine Klausel in den Allgemeinen Geschäftsbedingungen bestimmte, dass eine Preisänderung als angenommen gilt, wenn der Kunde nicht innerhalb einer Frist widerspricht. Der BGH hat 2021 (XI ZR 26/20) entschieden, dass das für Gebührenerhöhungen unwirksam ist. Mit Urteil vom 3. Juni 2025 (XI ZR 45/24) hat er die Linie zu Höhe und Verjährung bestätigt.

Die Folge: Wer seit etwa 2018 eine erhöhte Kontogebühr gezahlt hat, ohne der Erhöhung ausdrücklich zuzustimmen, hat die Differenz zu viel gezahlt — und kann sie zurückfordern.

So holst du dein Geld zurück

Der Weg ist unkompliziert: Kontoauszüge prüfen, ob und wann die Gebühr ohne deine ausdrückliche Zustimmung erhöht wurde, die Differenz zur ursprünglich vereinbarten Gebühr für die betroffenen Jahre zusammenrechnen und die Bank schriftlich zur Erstattung auffordern. Das Tool unten übernimmt die Rechnung und erstellt dir das passende Schreiben.

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Rückforderung berechnen & Musterbrief erstellen

Trag die zu viel gezahlten Kontoführungsgebühren ein — das Tool summiert sie, schätzt die Verzugszinsen und erstellt ein fertiges Rückforderungsschreiben. Deine Eingaben werden nirgendwohin gesendet.

Gezahlte Entgelte gesamt
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Verzugszinsen (grobe Orientierung)
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Rückforderung ungefähr
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Zu viel gezahlte Kontogebühr je Jahr (€)
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Dein Schreiben

Unverbindliche Vorlage, keine Rechtsberatung. Ob und in welcher Höhe ein Anspruch besteht, hängt vom Einzelfall ab; Ansprüche können verjähren. Bei Ablehnung hilft die Verbraucherzentrale bzw. eine Schlichtungsstelle weiter.

Verjährung: nicht zu lange warten

Die Ansprüche verjähren in der regelmäßigen Frist von drei Jahren. Der BGH hat 2025 klargestellt, dass die Frist nicht schon mit der Abbuchung, sondern erst mit dem Rechnungsabschluss beginnt, in den das Entgelt eingeflossen ist. Trotzdem können ältere Ansprüche zum Jahreswechsel verfallen. Reagiert die Bank nicht oder lehnt sie ab, wende dich an die Verbraucherzentrale — das ist kostenlos und stoppt die Verjährung.

Kontogebühren sind nicht der einzige Fall, in dem der BGH Bankkunden Geld zurückgibt. Welche Ansprüche sonst noch auf dich zutreffen könnten, zeigt der Überblick Geld zurück von der Bank.

Allgemeine Information zum Stand 2026, keine Rechtsberatung. Ob und in welcher Höhe ein Anspruch besteht, hängt vom Einzelfall ab. Aktenzeichen nach öffentlich zugänglichen Quellen (BGH, vzbv, Verbraucherzentralen). Im Zweifel Verbraucherzentrale oder anwaltliche Beratung einschalten.

Unsere Einschätzung

Banken dürfen Gebühren nicht per Zustimmungsfiktion erhöhen — also nicht einfach unterstellen, dass Schweigen des Kunden als Zustimmung gilt. Das hat der Bundesgerichtshof 2021 grundsätzlich entschieden und 2025 zu Verjährung und Höhe bestätigt. Wer seit etwa 2018 höhere Kontogebühren gezahlt hat, ohne der Erhöhung ausdrücklich zuzustimmen, kann die zu viel gezahlten Beträge zurückfordern. Wichtig ist die Verjährung: Sie beginnt erst mit dem jeweiligen Rechnungsabschluss, ältere Ansprüche können aber verfallen. Der Weg ist einfach — Kontoauszüge prüfen, Differenz zusammenrechnen und die Bank schriftlich zur Erstattung auffordern. Bleibt die Bank stur, hilft die Verbraucherzentrale.

Häufige Fragen

Was ist die Zustimmungsfiktion?+

Eine Klausel, nach der das Schweigen des Kunden als Zustimmung zu geänderten Bedingungen oder Preisen gilt. Der BGH hat 2021 entschieden, dass Banken auf dieser Grundlage keine Gebühren erhöhen dürfen. Für eine wirksame Erhöhung braucht es deine ausdrückliche Zustimmung — bloßes Nicht-Widersprechen reicht nicht.

Wie viel kann ich zurückbekommen?+

Das hängt davon ab, um wie viel die Gebühr erhöht wurde und über wie viele Jahre du die höhere Gebühr gezahlt hast. Je nach Fall summiert sich das auf zweistellige bis dreistellige Beträge. Der Rechner in diesem Artikel hilft dir, die Summe je Jahr zusammenzurechnen und ein Rückforderungsschreiben zu erstellen.

Wie schnell muss ich handeln?+

Zügig. Die Rückforderungsansprüche verjähren in der regelmäßigen Frist von drei Jahren. Der BGH hat 2025 klargestellt, dass die Verjährung nicht schon mit der Abbuchung beginnt, sondern erst mit dem Rechnungsabschluss, in den das Entgelt eingeflossen ist. Trotzdem können ältere Ansprüche zum Jahreswechsel verfallen — deshalb nicht zu lange warten.

Muss ich klagen?+

In der Regel nicht. Meist genügt ein Schreiben an die Bank, in dem du die Erstattung unter Verweis auf die BGH-Rechtsprechung forderst. Lehnt die Bank ab oder reagiert nicht, kannst du dich kostenlos an die Verbraucherzentrale oder eine Schlichtungsstelle wenden — das stoppt zugleich die Verjährung.

Monika Bauer
Über den Autor
Monika Bauer
Verbraucherschutz-Redaktion · umsgeld

SCHUFA und Auskunfteien, Verbraucherrechte, Girokonto, Kreditkarten und Wohnen — Monika erklärt komplexe Regeln alltagstauglich.

Profil & Redaktion ›

Unabhängig recherchiert. Verantwortlicher Herausgeber: Dr. Gamal Moukabary. Manche Empfehlungen sind Partnerangebote (auch aus der MyWage-Gruppe) und werden gekennzeichnet. Inhalte dienen der Information und sind keine Anlage- oder Steuerberatung. Stand 31. Juli 2026.