Wenn deine Bank auf dein Guthaben ein Verwahrentgelt („Negativzins“) oder Gebühren für eine Ersatzkarte beziehungsweise Ersatz-PIN erhoben hat, kannst du diese Beträge zurückfordern. Der Bundesgerichtshof hat mit Urteilen vom 4. Februar 2025 (unter anderem XI ZR 61/23 und XI ZR 161/23) entschieden, dass die entsprechenden Klauseln bei Giro-, Tagesgeld- und Sparkonten unwirksam sind — bei Spar- und Tagesgeldkonten, weil sie den Zweck des Kapitalerhalts unterlaufen, bei Girokonten vor allem wegen Intransparenz. Die BaFin hat Betroffenen empfohlen, mögliche Rückforderungsansprüche zügig zu prüfen. Praktisch: Kontoauszüge auf ein Verwahrentgelt oder eine „Guthabengebühr“ sowie auf Ersatzkarten-/PIN-Entgelte durchsehen, die Beträge zusammenrechnen und die Bank schriftlich zur Erstattung auffordern. Beachte die Verjährung — Ansprüche aus 2022 waren bereits Ende 2025 verjährt.
Während der Niedrigzinsjahre drehten viele Banken den Spieß um: Statt Zinsen zu zahlen, verlangten sie welche — ein Verwahrentgelt auf höhere Guthaben, oft „Negativzins“ genannt. Der Bundesgerichtshof hat dem 2025 ein Ende gesetzt. Wer gezahlt hat, kann sich das Geld zurückholen.
Worum es geht
Mit Urteilen vom 4. Februar 2025 (unter anderem XI ZR 61/23 und XI ZR 161/23) hat der BGH entschieden, dass Klauseln über Verwahrentgelte auf Giro-, Tagesgeld- und Sparkonten unwirksam sind. Bei Spar- und Tagesgeldkonten, weil ein Entgelt dem Zweck des Kapitalerhalts widerspricht; bei Girokonten vor allem wegen fehlender Transparenz. Im selben Zug kippte der BGH auch Entgelte für eine Ersatz-BankCard und eine Ersatz-PIN. Die BaFin hat Betroffenen ausdrücklich geraten, ihre Ansprüche zu prüfen.
So holst du dein Geld zurück
Sieh deine Kontoauszüge durch: Wurde ein Verwahrentgelt oder eine Guthabengebühr abgebucht? Gab es Gebühren für eine Ersatzkarte oder Ersatz-PIN? Rechne die Beträge zusammen und fordere sie zurück. Das Tool unten erledigt die Rechnung und erstellt das Schreiben.
Verwahrentgelt zurückfordern — Rechner & Musterbrief
Trag das gezahlte Verwahrentgelt (und ggf. Ersatzkarten-/PIN-Gebühren) ein — das Tool summiert alles, schätzt die Verzugszinsen und erstellt das Rückforderungsschreiben. Deine Eingaben werden nirgendwohin gesendet.
Unverbindliche Vorlage, keine Rechtsberatung. Ob und in welcher Höhe ein Anspruch besteht, hängt vom Einzelfall ab; Ansprüche können verjähren. Bei Ablehnung hilft die Verbraucherzentrale bzw. eine Schlichtungsstelle weiter.
Verjährung beachten
Es gilt die dreijährige Verjährungsfrist. Ansprüche aus 2022 waren bereits Ende 2025 verjährt — jüngere Zahlungen lassen sich noch fordern. Weil viele Banken die Verwahrentgelte mit den wieder gestiegenen Zinsen abgeschafft haben, geht es meist um wenige Jahre. Reagiert die Bank nicht, hilft die Verbraucherzentrale kostenlos weiter.
Verwahrentgelte sind nur einer von mehreren Fällen, in denen der BGH Bankkunden Geld zurückgibt. Was sonst noch auf dich zutreffen könnte, zeigt der Überblick Geld zurück von der Bank.
Allgemeine Information zum Stand 2026, keine Rechtsberatung. Ob und in welcher Höhe ein Anspruch besteht, hängt vom Einzelfall ab. Aktenzeichen nach öffentlich zugänglichen Quellen (BGH, BaFin, vzbv). Im Zweifel Verbraucherzentrale oder anwaltliche Beratung einschalten.
In der Niedrigzinsphase haben viele Banken auf höhere Guthaben ein Verwahrentgelt erhoben — umgangssprachlich „Negativzinsen“. Der Bundesgerichtshof hat mit Urteilen vom 4. Februar 2025 entschieden, dass die zugrunde liegenden Klauseln bei Giro-, Tagesgeld- und Sparkonten unwirksam sind. Ebenfalls gekippt: Entgelte für eine Ersatz-BankCard und eine Ersatz-PIN. Wer solche Beträge gezahlt hat, kann sie zurückfordern; die BaFin hat ausdrücklich zur Prüfung geraten. Wichtig ist die Verjährung: Ansprüche aus 2022 waren Ende 2025 verjährt, jüngere Jahre lassen sich aber noch geltend machen. Kontoauszüge prüfen, Beträge zusammenrechnen und schriftlich zurückfordern.
Häufige Fragen
Was ist ein Verwahrentgelt?+
Eine Gebühr, die manche Banken in der Niedrigzinsphase auf höhere Guthaben erhoben haben — oft ab einem Freibetrag von 50.000 oder 100.000 Euro. Umgangssprachlich hießen sie „Negativzinsen“ oder „Guthabengebühr“. Der BGH hat die zugrunde liegenden Klauseln 2025 für unwirksam erklärt.
Welche Entgelte sind noch betroffen?+
Neben dem Verwahrentgelt hat der BGH im selben Zug auch Klauseln über Entgelte für eine Ersatz-BankCard und eine Ersatz-PIN gekippt — sie verstoßen gegen das Transparenzgebot. Wer für einen Kartenersatz oder eine neue PIN zahlen musste, kann auch das zurückfordern.
Bis wann kann ich zurückfordern?+
Es gilt die regelmäßige Verjährungsfrist von drei Jahren. Ansprüche aus dem Jahr 2022 waren bereits Ende 2025 verjährt. Jüngere Zahlungen lassen sich noch geltend machen — allerdings haben viele Banken die Verwahrentgelte mit den gestiegenen Zinsen ohnehin abgeschafft, sodass es meist um wenige Jahre geht. Prüfe deine Auszüge zeitnah.
Wie fordere ich das Geld zurück?+
Rechne die gezahlten Verwahrentgelte und Ersatzkarten-/PIN-Gebühren zusammen und fordere die Bank schriftlich zur Erstattung auf, unter Verweis auf die BGH-Urteile vom 4. Februar 2025. Der Rechner und Musterbrief in diesem Artikel übernehmen beides. Bleibt die Bank untätig, hilft die Verbraucherzentrale.
SCHUFA und Auskunfteien, Verbraucherrechte, Girokonto, Kreditkarten und Wohnen — Monika erklärt komplexe Regeln alltagstauglich.
Profil & Redaktion ›Unabhängig recherchiert. Verantwortlicher Herausgeber: Dr. Gamal Moukabary. Manche Empfehlungen sind Partnerangebote (auch aus der MyWage-Gruppe) und werden gekennzeichnet. Inhalte dienen der Information und sind keine Anlage- oder Steuerberatung. Stand 31. Juli 2026.