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Vermögen

Wie lange reicht 1 Million Euro? (2026)

Paul WeberPaul WeberGeldanlage & Kapitalmarkt 31. Juli 2026 ca. 3 Min.
Redaktionell geprüft Verantwortlich: Dr. Gamal Moukabary Quellen & Methodik
Das Wichtigste in Kürze

Eine Million Euro reicht unterschiedlich lange — je nachdem, wie viel du entnimmst, wie dein Geld verzinst wird und wie hoch die Inflation ist. Bei einer realistischen realen Rendite von rund 2 Prozent (etwa 4 bis 5 Prozent nominal minus Inflation) gilt: Bis zu einer inflationsbereinigten Entnahme von rund 20.000 € pro Jahr lebst du allein von den Erträgen, das Kapital bleibt erhalten. Entnimmst du 40.000 € pro Jahr — die 4-Prozent-Regel —, reicht die Million rund 35 Jahre; bei 50.000 € etwa 26 Jahre, bei 60.000 € rund 20 Jahre, bei 80.000 € nur noch etwa 15 Jahre. Alle Werte sind vor Steuern und ohne Garantie: In der Realität schwanken die Renditen, und besonders Verluste in den ersten Jahren verkürzen die Reichweite überproportional (Sequence-of-Returns-Risiko). Eine belastbare Planung berücksichtigt deshalb mehrere Szenarien statt einer einzigen Zahl.

Eine Million Euro klingt nach Freiheit für immer. Ob das stimmt, hängt aber weniger von der Zahl auf dem Konto ab als davon, wie viel du entnimmst. Hier die nüchterne Rechnung — mit einer Tabelle, die die Frage konkret beantwortet.

Es hängt an drei Stellschrauben

Wie lange eine Million reicht, entscheiden drei Größen:

  • Entnahme — wie viel du pro Jahr herausnimmst.
  • Rendite nach Kosten — was dein Kapital erwirtschaftet.
  • Inflation — wie schnell dein Bedarf steigt.

Damit die Beträge über die Jahre in heutiger Kaufkraft vergleichbar bleiben, rechnen wir mit einer realen Rendite von rund 2 Prozent (etwa 4–5 % nominal minus Inflation) und einer inflationsbereinigten Entnahme.

Die Reichweite-Tabelle

Entnahme pro Jahr≈ pro MonatReichweite bei ~2 % realer Rendite
20.000 €1.667 €unbegrenzt (nur von den Erträgen)
30.000 €2.500 €rund 55 Jahre
40.000 €3.333 €rund 35 Jahre
50.000 €4.167 €rund 26 Jahre
60.000 €5.000 €rund 20 Jahre
80.000 €6.667 €rund 15 Jahre

Die 40.000 €-Zeile entspricht der bekannten 4-Prozent-Regel: Man entnimmt anfangs 4 Prozent des Vermögens und passt den Betrag jährlich an die Inflation an. Über einen typischen Ruhestand von 30 Jahren gilt das als vorsichtig tragfähig.

Das Risiko, das keine Tabelle zeigt

Die Werte oben sind Durchschnitte. Die Realität schwankt — und hier lauert die eigentliche Gefahr: das Sequence-of-Returns-Risiko. Nicht der Durchschnitt entscheidet, sondern die Reihenfolge der Renditen. Ein schwerer Crash in den ersten Ruhestandsjahren, während du gleichzeitig entnimmst, kann das Vermögen so stark schrumpfen lassen, dass es sich nie mehr erholt — selbst wenn der langfristige Durchschnitt stimmt.

Genau das lässt sich nicht mit einer einzigen Zahl abbilden, sondern nur mit vielen möglichen Verläufen. Die Monte-Carlo-Ruhestandssimulation rechnet tausende Marktszenarien durch und zeigt, mit welcher Wahrscheinlichkeit dein Kapital reicht — die ehrlichere Antwort als jede Faustregel.

Was das für die Planung heißt

Drei Konsequenzen:

  • Mit Puffer planen. Rechne nicht mit der Obergrenze, sondern mit Sicherheitsabstand.
  • Cash-Polster halten. Zwei bis drei Jahresausgaben in sicheren Anlagen federn Crashs ab, ohne dass du zu Tiefstkursen verkaufen musst.
  • Flexibel entnehmen. In schwachen Börsenjahren etwas weniger zu entnehmen, verlängert die Reichweite spürbar.

Wie lange dein konkretes Vermögen bei deiner Entnahme reicht, rechnest du im Entnahmeplan-Rechner durch; wie viel du für dauerhafte finanzielle Freiheit brauchst, im FIRE-Rechner.

Alle Angaben sind vereinfachte Modellrechnungen vor Steuern, ohne Garantie. Reale Renditen schwanken; die tatsächliche Reichweite kann erheblich abweichen. Keine Anlageberatung.

Unsere Einschätzung

Wie lange eine Million Euro reicht, ist keine feste Zahl, sondern hängt von drei Stellschrauben ab: deiner Entnahme, der Rendite nach Kosten und der Inflation. Als Faustregel bei rund 2 Prozent realer Rendite gilt: Bis etwa 20.000 € pro Jahr (rund 1.700 € im Monat) lebst du allein von den Erträgen — das Kapital hält dann theoretisch ewig. Nimmst du 40.000 € pro Jahr (die bekannte 4-Prozent-Regel), reicht die Million rund 35 Jahre. Bei 60.000 € sind es nur noch etwa 20 Jahre. Das größte Risiko ist nicht der Durchschnitt, sondern die Reihenfolge: Ein Crash in den ersten Ruhestandsjahren kann die Reichweite drastisch verkürzen. Deshalb lohnt es sich, mit Puffer und flexibler Entnahme zu planen.

Häufige Fragen

Wie lange reicht 1 Million Euro?+

Das hängt von deiner Entnahme ab. Bei rund 2 Prozent realer Rendite hält eine Million bei 40.000 € Entnahme pro Jahr etwa 35 Jahre, bei 60.000 € rund 20 Jahre. Bis zu rund 20.000 € pro Jahr lebst du nur von den Erträgen, dann reicht das Kapital theoretisch unbegrenzt. Alle Angaben sind vor Steuern und ohne Berücksichtigung starker Marktschwankungen.

Kann ich von einer Million Euro leben, ohne sie aufzubrauchen?+

Ja, wenn du dich auf die Erträge beschränkst. Bei rund 2 Prozent realer Rendite sind das etwa 20.000 € pro Jahr (rund 1.700 € im Monat) inflationsbereinigt — dauerhaft, ohne die Substanz anzugreifen. Wer mehr braucht, greift zwangsläufig das Kapital an, und die Million hat ein Ablaufdatum. Für ein reines Leben von den Erträgen ist eine Million für die meisten Haushalte allein nicht üppig.

Was ist das größte Risiko bei der Entnahme?+

Das sogenannte Sequence-of-Returns-Risiko: Nicht der Durchschnitt der Renditen entscheidet, sondern ihre Reihenfolge. Ein schwerer Kurseinbruch in den ersten Ruhestandsjahren, während du gleichzeitig entnimmst, kann das Vermögen so stark schrumpfen lassen, dass es sich nie mehr erholt. Deshalb sollte man mit Puffer, einem Cash-Polster und flexibler Entnahme planen. Die Monte-Carlo-Simulation zeigt dieses Risiko konkret.

Wie berücksichtige ich die Inflation?+

Indem du in realen (kaufkraftbereinigten) Größen rechnest. Wenn du heute 40.000 € pro Jahr brauchst, brauchst du in 20 Jahren bei 2 Prozent Inflation rund 59.000 € für denselben Lebensstandard. Die Szenarien hier unterstellen bereits eine inflationsbereinigte Entnahme und eine reale Rendite — deshalb bleiben die Beträge über die Zeit in heutiger Kaufkraft vergleichbar.

Paul Weber
Über den Autor
Paul Weber
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Aktien, ETFs, Börse und Portfolio-Strategien — Paul mit dem Blick auf Kosten, Streuung und langfristige Rendite.

Profil & Redaktion ›

Unabhängig recherchiert. Verantwortlicher Herausgeber: Dr. Gamal Moukabary. Manche Empfehlungen sind Partnerangebote (auch aus der MyWage-Gruppe) und werden gekennzeichnet. Inhalte dienen der Information und sind keine Anlage- oder Steuerberatung. Stand 31. Juli 2026.