500.000 Euro reichen unterschiedlich lange, je nach Entnahme, Rendite und Inflation. Bei einer realistischen realen Rendite von rund 2 Prozent gilt: Bis zu einer inflationsbereinigten Entnahme von etwa 10.000 € pro Jahr lebst du allein von den Erträgen, das Kapital bleibt erhalten. Entnimmst du 20.000 € pro Jahr — die 4-Prozent-Regel —, reicht das Vermögen rund 35 Jahre; bei 25.000 € etwa 26 Jahre, bei 30.000 € rund 20 Jahre, bei 40.000 € nur noch etwa 15 Jahre. Alle Werte gelten vor Steuern und ohne Garantie: Renditen schwanken, und Verluste in den ersten Jahren verkürzen die Reichweite überproportional. Für die meisten Haushalte sind 500.000 Euro deshalb ein kräftiger Zusatzbaustein zur gesetzlichen Rente, aber selten deren vollständiger Ersatz.
500.000 Euro sind ein beachtliches Vermögen — aber reichen sie zum Aufhören? Die Antwort hängt fast vollständig von deiner Entnahme ab. Hier die konkrete Rechnung mit Tabelle.
Drei Stellschrauben entscheiden
Wie lange das Geld reicht, bestimmen deine Entnahme, die Rendite nach Kosten und die Inflation. Damit die Beträge über die Jahre in heutiger Kaufkraft vergleichbar bleiben, rechnen wir mit rund 2 Prozent realer Rendite und einer inflationsbereinigten Entnahme.
Die Reichweite-Tabelle
| Entnahme pro Jahr | ≈ pro Monat | Reichweite bei ~2 % realer Rendite |
|---|---|---|
| 10.000 € | 833 € | unbegrenzt (nur von den Erträgen) |
| 15.000 € | 1.250 € | rund 55 Jahre |
| 20.000 € | 1.667 € | rund 35 Jahre |
| 25.000 € | 2.083 € | rund 26 Jahre |
| 30.000 € | 2.500 € | rund 20 Jahre |
| 40.000 € | 3.333 € | rund 15 Jahre |
Die 20.000 €-Zeile entspricht der 4-Prozent-Regel: anfangs 4 Prozent entnehmen, den Betrag jährlich an die Inflation anpassen.
Das unterschätzte Risiko
Die Werte sind Durchschnitte — die Realität schwankt. Das größte Risiko ist das Sequence-of-Returns-Risiko: Ein Kurseinbruch in den ersten Entnahmejahren wirkt viel stärker als derselbe Einbruch später, weil du gleichzeitig verkaufst. Das kann die Reichweite drastisch verkürzen, selbst wenn der langfristige Durchschnitt passt.
Diese Unsicherheit bildet keine Faustregel ab — die Monte-Carlo-Ruhestandssimulation rechnet dagegen tausende Marktverläufe durch und zeigt die Wahrscheinlichkeit, dass dein Kapital reicht.
So planst du tragfähig
- Puffer statt Obergrenze — mit Sicherheitsabstand rechnen.
- Cash-Polster von zwei bis drei Jahresausgaben gegen Crashs.
- Flexibel entnehmen — in schwachen Jahren weniger, das verlängert die Reichweite.
Deine konkrete Reichweite rechnest du im Entnahmeplan-Rechner durch. Und falls es doch mehr sein soll: Was passiert bei einer Million Euro?
Alle Angaben sind vereinfachte Modellrechnungen vor Steuern, ohne Garantie. Reale Renditen schwanken; die tatsächliche Reichweite kann erheblich abweichen. Keine Anlageberatung.
Wie lange 500.000 Euro reichen, hängt von deiner Entnahme, der Rendite nach Kosten und der Inflation ab — nicht von einer festen Zahl. Bei rund 2 Prozent realer Rendite gilt: Bis etwa 10.000 € pro Jahr lebst du allein von den Erträgen, das Kapital bleibt erhalten. Nimmst du 20.000 € pro Jahr (die 4-Prozent-Regel), reicht das Geld rund 35 Jahre; bei 30.000 € nur noch etwa 20 Jahre. Für einen kompletten Ruhestand allein aus 500.000 € ist der Spielraum also überschaubar — meist ist das Kapital ein starker Baustein neben der gesetzlichen Rente, nicht der alleinige Ersatz. Das größte Risiko ist ein Crash in den ersten Jahren; deshalb mit Puffer und flexibler Entnahme planen.
Häufige Fragen
Wie lange reicht 500.000 Euro?+
Je nach Entnahme: Bei rund 2 Prozent realer Rendite hält das Vermögen bei 20.000 € Entnahme pro Jahr etwa 35 Jahre, bei 30.000 € rund 20 Jahre. Bis rund 10.000 € pro Jahr lebst du nur von den Erträgen, dann reicht das Kapital theoretisch unbegrenzt. Angaben vor Steuern und ohne starke Marktschwankungen.
Kann man von 500.000 Euro leben?+
Allein und dauerhaft nur mit sehr sparsamem Lebensstil: Von den Erträgen sind bei rund 2 Prozent realer Rendite etwa 10.000 € pro Jahr (rund 830 € im Monat) drin, ohne die Substanz anzugreifen. Wer mehr braucht, greift das Kapital an. In der Praxis sind 500.000 Euro meist ein starker Baustein zusätzlich zur gesetzlichen Rente, nicht deren kompletter Ersatz.
Reicht das für den vorgezogenen Ruhestand?+
Für eine Brücke bis zur gesetzlichen Rente oft ja, als alleinige Dauerlösung selten. Wer mit 55 aufhört und 30 Jahre überbrücken will, müsste die Entnahme niedrig halten. Kombiniert mit späterer gesetzlicher Rente und eventuell Mieteinnahmen wird die Rechnung deutlich tragfähiger. Entscheidend ist, die Lücke bis zum Rentenbeginn realistisch zu planen.
Was ist das größte Risiko?+
Das Sequence-of-Returns-Risiko: Nicht der Durchschnitt der Renditen zählt, sondern ihre Reihenfolge. Ein Crash in den ersten Entnahmejahren kann das Vermögen so weit schrumpfen lassen, dass es sich nicht mehr erholt. Ein Cash-Polster von zwei bis drei Jahresausgaben und flexible Entnahme in schwachen Jahren senken dieses Risiko spürbar.
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Profil & Redaktion ›Unabhängig recherchiert. Verantwortlicher Herausgeber: Dr. Gamal Moukabary. Manche Empfehlungen sind Partnerangebote (auch aus der MyWage-Gruppe) und werden gekennzeichnet. Inhalte dienen der Information und sind keine Anlage- oder Steuerberatung. Stand 31. Juli 2026.