Ob sich Photovoltaik lohnt, entscheidet vor allem der Eigenverbrauch. Die Jahresersparnis setzt sich zusammen aus dem selbst genutzten Strom, den du nicht mehr teuer einkaufst (Eigenverbrauch × Strompreis), plus der Vergütung für den eingespeisten Überschuss (Einspeisung × Einspeisevergütung). Weil die Einspeisevergütung deutlich unter dem Strompreis liegt, ist der Eigenverbrauch der wertvollere Teil. Eine gut geplante Anlage amortisiert sich typischerweise in rund zehn Jahren und läuft danach noch viele Jahre. Ein Batteriespeicher erhöht den Eigenverbrauch, kostet aber extra — ob er sich rechnet, hängt von Speicherpreis und Verbrauchsprofil ab. Rechne dein Szenario am besten mit einem Photovoltaik-Rechner durch.
Kaum eine Investition am Haus wird so oft überschätzt und unterschätzt zugleich wie Photovoltaik. Überschätzt wird die Einspeisevergütung, unterschätzt der Wert des selbst genutzten Stroms.
Woraus die Ersparnis entsteht
Die Jahresersparnis hat zwei Quellen:
- Eigenverbrauch: Jede selbst genutzte Kilowattstunde ersetzt teuren Netzstrom — der wertvollste Teil.
- Einspeisung: Der Überschuss geht ins Netz und wird vergütet — mit nur wenigen Cent je Kilowattstunde.
Weil der Strompreis deutlich über der Einspeisevergütung liegt, gilt: Eigenverbrauch schlägt Einspeisung. Wie sich beides bei deiner Anlage verteilt, zeigt der Photovoltaik-Rechner.
Der Eigenverbrauch ist der Hebel
Ohne Speicher liegt der Eigenverbrauch typisch bei rund 30 % — der Rest wird eingespeist. Wer den Eigenverbrauch erhöht (Verbraucher tagsüber laufen lassen, Wärmepumpe oder E-Auto koppeln, Speicher nachrüsten), steigert die Rendite spürbar. Ein Batteriespeicher hebt den Eigenverbrauch oft auf 60–70 %, kostet aber extra.
Amortisation und Lebensdauer
Eine gut geplante Anlage amortisiert sich typischerweise in rund zehn Jahren. Danach produziert sie noch viele Jahre weiter — Module halten meist 25 bis 30 Jahre. Der Wechselrichter muss zwischendurch einmal getauscht werden. Über die Lebensdauer liefert die Anlage also lange nach der Amortisation günstigen Strom.
Erst rechnen, dann kaufen
Vergleiche mehrere Angebote und rechne mit deinen Werten: Strompreis, Einspeisevergütung, realistischer Eigenverbrauch. Passt die Anlage zur Dachausrichtung und zum Verbrauch? Wer zusätzlich modernisiert oder die Heizung tauscht, plant Photovoltaik am besten gleich mit.
In Kürze
- Eigenverbrauch ist der wichtigste Hebel — nicht die Einspeisung.
- Amortisation typisch rund 10 Jahre, Lebensdauer 25–30 Jahre.
- Speicher erhöht den Eigenverbrauch — wenn der Preis stimmt.
- Mit eigenen Werten im Photovoltaik-Rechner prüfen.
Photovoltaik rechnet sich für die meisten Eigenheimbesitzer — aber nicht wegen der Einspeisevergütung, sondern wegen des Eigenverbrauchs. Jede selbst genutzte Kilowattstunde spart den teuren Netzstrom; die eingespeiste Kilowattstunde bringt nur wenige Cent. Deshalb ist die Eigenverbrauchsquote der wichtigste Hebel, und ein Speicher kann sie deutlich erhöhen — wenn der Preis stimmt. Typisch amortisiert sich eine gut geplante Anlage in rund zehn Jahren und liefert danach jahrelang günstigen Strom.
Häufige Fragen
Warum ist der Eigenverbrauch so wichtig?+
Weil selbst genutzter Solarstrom den teuren Netzstrom ersetzt (oft 30–40 Cent/kWh), während die Einspeisung nur wenige Cent bringt. Jede Kilowattstunde, die du selbst verbrauchst, ist also deutlich mehr wert als eine eingespeiste. Ein hoher Eigenverbrauch ist der stärkste Hebel für die Rendite.
Lohnt sich ein Batteriespeicher?+
Ein Speicher hebt den Eigenverbrauch oft von rund 30 % auf 60–70 % — kostet aber mehrere tausend Euro extra. Ob sich das rechnet, hängt vom Speicherpreis, deinem Verbrauchsprofil und dem Strompreis ab. Rechne die Anlage mit und ohne Speicher durch und vergleiche die Amortisation.
Wie lange hält eine PV-Anlage?+
Module halten in der Regel 25 bis 30 Jahre und mehr, mit einer langsam nachlassenden Leistung. Der Wechselrichter muss meist nach 10 bis 15 Jahren getauscht werden. Über die gesamte Lebensdauer produziert die Anlage also lange nach der Amortisation weiter günstigen Strom.
Was bringt die Einspeisevergütung 2026?+
Für kleine Anlagen liegt sie im niedrigen einstelligen Cent-Bereich pro Kilowattstunde und wird regelmäßig angepasst. Sie ist ein netter Zusatz, aber nicht der Kern der Wirtschaftlichkeit — dieser liegt im Eigenverbrauch. Trage deinen aktuellen Wert in den Rechner ein.
Unabhängig recherchiert. Manche Empfehlungen sind Partnerangebote (auch aus der MyWage-Gruppe) und werden gekennzeichnet. Inhalte dienen der Information und sind keine Anlage- oder Steuerberatung. Stand 11. Juli 2026.